Patter Call : Bewegungsfolge ohne enge Bindung an die Musik, die den Tänzern vom Caller in einer Art Singsang zugerufen wird. Der Name kommt von den kleinen Versen (Patter = Gequassel), die früher von den Callern eingestreut wurden, während die Tänzer eine längere Bewegung auszuführen hatten. Als Musik wird üblicherweise ein → Hoedown benutzt. Neuerdings benutzen viele Caller auch zum Pattern Singing Call Musik. Das geht; wenn aber alles gleich gültig ist, wird es schließlich gleichgültig.
Prompt Call : Stil des Callens, bei der den Tänzern lediglich die Bewegungsnamen angesagt werden (Prompt = Stichwort), und zwar derart auf die Musik abgestimmt, daß die angesagte Bewegung mit dem Beginn der nächsten musikalischen Phrase begonnen werden kann. Diese Art des Callens ist vor allem im Contra Dance gebräuchlich, weshalb der Contra Caller oft als Prompter bezeichnet wird.
Sight Calling : Callen auf Sicht. Die meistgebrauchte Art, die Squares zum Left → Allemande zu ordnen. Der Caller merkt sich zwei nebeneinander stehende Paare im → Kontrollsquare. Wenn er meint, daß es Zeit für einen → Break sei, versucht er, diese beiden Paare wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen. Das gelingt natürlich nur, wenn der Kontrollsquare ohne Fehler getanzt hat. Spitzencaller merken sich darum mehrere Kontrollsquares.
Singing Call : Figurenfolge zu einer sangbaren Musik,
die auf die Struktur der Musik abgestimmt ist. Jeden Monat werden in den USA
etwa 20 neue Singing Call Platten herausgebracht, üblicherweise eine
Seite mit Calls, die andere Seite nur Musik. Bei 99,5% aller neuen
Platten paßt die Musik zum Standard-Schema: 7 Durchspiele
mit jeweils 8x8 Taktschlägen. Danach kommt oft noch ein Nachspiel
("Tag" genannt) für einen abschließenden Swing.
Das Standard-Schema hat folgenden Aufbau:
| Einleitung | alle Paare gleichmäßig | ohne Partnerwechsel | Opener, Introduction |
| Figur | Kopfpaare beginnen | mit Partnerwechsel | Figure (Change) |
| Figur | Kopfpaare beginnen | mit Partnerwechsel | Figure |
| Mittelteil | alle Paare gleichmäßig | ohne Partnerwechsel | Break |
| Figur | Seitpaare beginnen | mit Partnerwechsel | Figure |
| Figur | Seitpaare beginnen | mit Partnerwechsel | Figure |
| Schluß | alle Paare gleichmäßig | ohne Partnerwechsel | Closer, Ending |
Square : Vier Paare auf den Seiten eines Quadrates. Die Paare werden folgendermaßen numeriert:
| Couple One | First Couple | Paar 1 | steht mit dem Rücken zur Musik (zum Caller). |
| Couple Two | Second Couple | Paar 2 | steht rechts von Paar 1. |
| Couple Three | Third Couple | Paar 3 | steht gegenüber Paar 1. |
| Couple Four | Last Couple | Paar 4 | steht links von Paar 1. |
Swing : Schnelle paarweise Drehung, entweder mit Gehschritten
(Walk Around Swing) oder mit Hurretritt (Buzz Step Swing). Folgende Fassungen sind
gebräuchlich:
Gesellschaftstanzfassung: Der Herr streckt
seinen linken Arm zur Seite aus, mit dem rechten umfaßt
er die Taille der Dame. Die Dame legt ihre rechte Hand in seine
linke, mit der linken Hand faßt sie hinter seine rechte
Schulter. Die Außenseiten der rechten Füße stehen
beisammen, die rechten Hüften berühren sich, die Oberkörper
sind zurückgelehnt. Diese Fassung ist im modernen Square
Dance allgemein gebräuchlich.
Armkreisfassung: Jeder faßt die Unterarme des Partners derart,
daß die Hände etwa bei den Ellbogen fassen. Die Füße
sind dicht beisammen, die Körper werden zurückgelehnt. Diese Fassung
ist im Contra Dance und im Appalachian Dancing gebräuchlich. Ich benutze diese Fassung
gerne, weil sie den überflüssigen → Twirl als Abschluß verhindert.
Verschränkte Fassung: Jeder faßt den Partner bei der linken Hand und
stützt sich mit der rechten Hand gegen dessen rechte Schulter. Die Füße
sind dicht beisammen, die Körper werden zurückgelehnt. Diese Fassung
ist in Amerika seit langem unbekannt, aber noch in deutschen Volkstanzkreisen
gebräuchlich. Ich benutze sie gerne, wenn ich wegen Herren-Überschuß
den Damenpart tanzen muß.
Walk Around Swing: Die Partner tanzen mit
kleinen Gehschritten umeinander herum. Im Appalachian Mountain
Dancing gebräuchlich, und in den Südstaaten der USA
auch beim modernen Square Dance. Hat den Vorteil, daß er
auch auf stumpfem Boden, z.B. im Freien, bequem zu tanzen ist,
und problemlos gelernt werden kann.
Buzz Step Swing: Die rechten Füße bleiben stets vorn
in der Nähe des Mittelpunkts; mit den linken Füßen
stößt man sich am Boden ab, ähnlich wie beim Rollerfahren.
Dabei überholt der linke Fuß nie den rechten. Im Contra Dance
gebräuchlich, und im modernen Square Dance in den Nord- und Mittelstaaten
der USA und in Deutschland. Erfordert einen glatten, gleitfähigen
Boden und einige Übung.
Im Contra Dance und Traditional Square Dance ist der Swing mindestens 8 Schritte
lang, im modernen Square Dance oft nur 4 Schritte. Der Swing sollte erst dann
beendet werden, wenn man den folgenden Call gehört hat, weil so ein fließender
Übergang zur nächsten Bewegung möglich ist. Die beiden, die Swing getanzt
haben, sind danach Partner und ordnen sich als Standard-Paar.
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Veröffentlicht 2003-06-14 / modifiziert 2004-08-01 / Heiner Fischle, Hannover