Ich hatte die Hecke zu Dritt lange Zeit für eine ursprünglich englische Tanzform gehalten. Sie kommt aber schon in dem französischen Tanzbuch Orchésographie vor, welches Jean Tabourot unter dem Pseudonym Thoinot Arbeau im Jahre 1588 drucken ließ. In diesem Buch beschreibt er einem Studenten Capriol die Tänze seiner Jugendzeit, unter anderem einen Branle de la Haye. (Ich benutze hier die Übersetzung von Albert Czerwinski, 1878):
Capriol : Ich verstehe nicht ganz, was Sie unter "Haye" meinen.
Arbeau : Sie werden es besser auf diese Weise begreifen.
Denken Sie sich drei Tänzer, die geringste Zahl, welche zulässig ist,
und bezeichnen Sie dieselben mit den Buchstaben
"Haye" ist altes Französisch für eine Hecke oder einen geflochtenen Zaun.
Und hier ist meine eigene Beschreibung, wobei ich mit der rechten Schulter beginne:
Zwei Personen begegnen sich, eine dritte Person steht hinter der mittleren.
Alle drei bewegen sich auf einer langgezogenen Acht, wobei sie sich auf der
einen Seite rechtsschultrig umkreisen, auf der anderen Seite linksschultrig.
Wer von außen hereinkommt, geht immer zwischen den beiden Anderen durch.
Würde jeder Tänzer ein von der Decke herabhängendes Band halten,
und würde die Bewegung immer fortgesetzt, so würde aus den Bändern ein Zopf geflochten.
Ein englischer Dichter sagte, daß die Engel im Himmel fortwährend
die Hecke tanzen und dabei das Lob Gottes singen. Hier auf Erden ist die Hecke
meist zu Ende, wenn alle wieder auf den Ausgangsplätzen sind.
Dafür werden 16 Schritte vorgesehen.
Zitiert aus meinem Buch Leitfaden / A Guide to / Contra Dance (Band 3)
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